
Pressemitteilungen
News | Termine
GGL geht gegen Rapper Capital Bra wegen Werbung für illegales Glücksspiel vor
Zwangsgeldbescheid in Höhe von 250.000 € auf Konzert zugestellt
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) informiert über ein laufendes Verfahren gegen den als Capital Bra bekannten Rapper, der auf seinen Social-Media-Kanälen wiederholt Inhalte veröffentlichte, in denen er illegales Online-Glücksspiel spielt und bewirbt.
Nach Erkenntnissen der GGL filmte sich der Rapper dabei, wie er an unerlaubten Online-Glücksspielangeboten teilnimmt, und verbreitete diese Aufnahmen in Livestreams und stellte sie auf seinen Kanälen auch als Videos zur Verfügung. Darüber hinaus bewirbt er entsprechende Webseiten dauerhaft über Banner-Werbung und betreibt eine Vergleichsseite für illegale Online-Glücksspielanbieter.
Diese Handlungen stellen eine Form der Werbung für illegale Glücksspiele dar. Gemäß § 5 Abs. 7 des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) ist Werbung für illegales Glücksspiel in Deutschland verboten. Die GGL kann zum Beispiel mit Untersagungsverfügungen und Zwangsgeldern dagegen vorgehen.
Zwangsgeld in Höhe von 250.000 € festgesetzt
Die GGL leitete bereits im Oktober 2025 ein Verfahren gegen Capital Bra wegen Werbung für illegales Glücksspiel ein.
Auf eine Anhörung reagierte Capital Bra nicht. In der Folge wurde eine Untersagungsverfügung einschließlich Zwangsgeldandrohung zugestellt, die ebenfalls unbeantwortet blieb. Zur Durchsetzung der Untersagungsverfügung setzte die GGL ein Zwangsgeld in Höhe von 250.000 € fest und konnte diese Festsetzung im Rahmen eines Club-Konzertes des Rappers am vergangenen Wochenende in Wiesbaden mit Hilfe des zuständigen Polizeipräsidiums Westhessen zustellen.
Wer illegales Glücksspiel streamt, riskiert Zwangsgelder. GGL geht konsequent gegen Werbung vor
Die GGL stellt klar: Das Streaming der Teilnahme an illegalem Glücksspiel wird als Werbung eingestuft. In solchen Fällen verfolgt die Behörde Verstöße konsequent mit Untersagungsverfügungen und setzt diese bei Nichtbeachtung durch empfindliche Zwangsgelder durch.
Illegales Glücksspiel darf weder beworben noch durch scheinbar unterhaltende Inhalte verharmlost oder gefördert werden. „Wir schrecken auch vor bekannten Namen nicht zurück. Wer illegales Glücksspiel bewirbt, muss mit konsequenten behördlichen Maßnahmen rechnen“, betont Ronald Benter, Vorstand der GGL.
Rechtsdurchsetzung gelingt trotz Herausforderungen
Obwohl Verfahren dieser Art mit besonderen Herausforderungen verbunden sein können, insbesondere dann, wenn betroffene Personen schwer erreichbar sind und die Zustellungen nicht ohne Weiteres erfolgen können, nutzt die Behörde alle rechtlich zulässigen Mittel und arbeitet mit den zuständigen Polizeibehörden zusammen, um die Durchsetzung geltenden Rechts sicherzustellen. Die Praxis zeigt: Die Durchsetzung gelingt.
GGL warnt vor Werbung für illegales Glücksspiel durch Streaming und Influencer
Ziel der Maßnahmen ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher vor den Risiken illegaler Glücksspielangebote zu schützen. Diese unterliegen keiner staatlichen Aufsicht, bieten keinen ausreichenden Spielerschutz und bergen erhebliche Gefahren wie Suchtentwicklung und finanzielle Verluste.
Die GGL weist in diesem Zusammenhang auch auf eine häufig verbreitete Werbepraktik im Umfeld von Streaming und Social Media hin. Influencer und Streamer präsentieren in Livestreams und Videos häufig virtuelle Automatenspiele sowie Online-Casino-Spiele, die manipuliert oder unrealistisch dargestellt sein können. Dadurch kann bei Zuschauerinnen und Zuschauern der Eindruck entstehen, außergewöhnlich hohe Gewinne seien jederzeit erreichbar.
Zusätzlich werden durch die Streamer gezielt Anreize zur Teilnahme geschaffen, etwa durch Gewinnspiele: Nutzerinnen und Nutzer, die sich über bereitgestellte Links auf beworbenen Glücksspielseiten registrieren und einen Mindestbetrag einzahlen, erhalten die Möglichkeit, Geld- und Sachpreise zu gewinnen.
Umfassende Informationen für Verbraucherinnen und Verbraucher stellt die GGL auf ihrer Website bereit. Dazu zählen insbesondere:
- die amtliche Whitelist, auf der sämtliche erlaubten Glücksspielanbieter aufgeführt sind,
- Informationsbroschüren zu den Themen „Illegales Glücksspiel im Internet – Erkennen, Vermeiden, Melden“ sowie „Die Spieler- und Jugendschutzmaßnahmen des Glücksspielstaatsvertrages 2021“,
- sowie ein ausführlicher FAQ-Bereich für Spielende.

